Fallbericht nach Stomaanlage
16.05.2024
Persönliche gesundheitliche Probleme und fehlerhafte Pflegemethoden können nach einer Stomaoperation zu Komplikationen führen. Diese Komplikationen sind jedoch nicht immer schwerwiegend, und durch rechtzeitiges Eingreifen lassen sie sich frühzeitig erkennen. Ich möchte Ihnen einen postoperativen Fall eines Stomas vorstellen.
Fall:
Ein Onkel in seinen Sechzigern aus der Kundengruppe bat um Hilfe. Mehr als ein Jahr nach der Operation hatte er neben dem Stoma einen Knoten in seinem Bauch entdeckt, der im Stehen deutlich sichtbar war, im Liegen jedoch nicht.
Unten sehen Sie ein Foto, das er aufgenommen hat:

Auf dem Bild oben ist zu erkennen, dass dies eine der häufigsten Komplikationen nach einer Stomaoperation ist – eine parastomale Hernie.
Die parastomale Hernie ist eine der häufigsten postoperativen Komplikationen nach einer Enterostomie. Sie entsteht durch das seitliche Hervortreten von Dünn- oder Dickdarmgewebe durch das Stoma, bedingt durch verschiedene Ursachen. Die Ätiologie der parastomalen Hernie ist vielfältig.
Was genau ist eine parastomale Hernie?
Die US-amerikanischen Leitlinien zur Behandlung von parastomalen Hernien weisen darauf hin, dass Faktoren wie starker Husten, Erbrechen, intraabdominelles Tumorwachstum und Schwangerschaft das Auftreten parastomaler Hernien begünstigen. Weitere Risikofaktoren sind Adipositas bei Frauen, Mehrlingsgeburten oder eine schwache Bauchwand. Auch chronisch obstruktive Lungenerkrankungen können zu erhöhtem intraabdominellem Druck führen. Faktoren wie postoperative Mangelernährung, fortgeschrittenes Alter und lokale Wundinfektionen können ebenfalls eine parastomale Hernie verursachen und zu einer Schwächung des Bauchwandgewebes neben dem Stoma sowie anderer Gewebe in der Bauchhöhle führen. Beispielsweise kann sich der Darm durch die Schwachstelle vorwölben und so eine Vorwölbung der Bauchwand neben dem Stoma verursachen.
Die Komplikationsrate bei parastomalen Hernien liegt bei 30-50 %, insbesondere bei älteren Menschen.
Was sind die Symptome einer parastomalen Hernie?
Der parastomale Bruch wird immer stärker vorwölben und viele Unannehmlichkeiten im Alltag verursachen:
1. Unpraktische Mobilität:
Die Bauchwand neben dem Stoma wölbt sich vor. Diese Vorwölbung verstärkt sich beim Stehen, Gehen und bei Belastung und bildet sich im Frühstadium im Liegen zurück. Im Frühstadium treten keine Symptome auf, doch mit fortschreitender Erkrankung vergrößert sich die parastomale Hernie allmählich.
2. Den Pflegeaufwand erhöhen:
Dies führt dazu, dass sich das Chassis des Stomabeutels verklemmt und Flüssigkeit austritt, was die Stomaversorgung erschwert.
3. Negative Auswirkungen auf die Gesundheit:
In schweren Fällen kann es zu Verklebungen im Darm, Bauchschmerzen, Blähungen und sogar zu Darmeinklemmung oder Darmnekrose kommen.
Was verursacht eine parastomale Hernie?
Die Stomaanlage selbst führt zu einem teilweisen Defekt der Bauchwand, und die optimale Größe der Stomaöffnung zu bestimmen, ist schwierig. Ist die Öffnung zu klein, ist das Stoma eng und der Stuhlgang erschwert. Ist sie zu groß, entsteht ein kleiner Spalt neben dem Stoma.
Die Peristaltik des Darms ist kontinuierlich und beeinflusst das Gewebe um das Stoma herum stark. Mit der Zeit vergrößert sich der ursprüngliche Raum neben dem Stoma, was zu Komplikationen führen kann.
Darüber hinaus können Faktoren wie starker Husten, Schwierigkeiten beim Stuhlgang und erhöhter intraabdomineller Druck, beispielsweise durch Aszites, zu einer parastomalen Hernie führen. Auch Mangelernährung, postoperative Wundinfektionen im Bereich des Stomas und Operationsfehler können das Risiko einer parastomalen Hernie erhöhen.
Insbesondere bei älteren Menschen führt der erhebliche Gewichtsverlust nach der Operation zu einer Entspannung der Bauchwand, einer Verringerung des Fettgewebes und einem Anstieg des Risikos einer parastomalen Hernie.



