Informieren Sie sich über die „Kräfte“, die Druckgeschwüre verursachen.
Scherkräfte und Reibung werden neben Druck häufig als Faktoren für die Entstehung und das Fortschreiten von Druckgeschwüren (auch bekannt als Wundliegen) genannt, wobei Druck in Kombination mit Druck ebenfalls Druckgeschwüre verursachen kann. Druck auf Weichgewebe, insbesondere auf Knochenvorsprünge, kann zu Gewebeverformungen und damit zu Scherkräften führen.
Was ist Scherkraft?
Scherkräfte entstehen, wenn ein Objekt in Ruhe gehalten wird und eine parallele Kraft auf seine Oberfläche wirkt. Scherkräfte verursachen eine Verformung des Objekts, deren Ausmaß durch die Scherspannung quantifiziert werden kann.
Was ist Reibung?
Die Reibung ist die Kraft, gemessen in Newton (N), die die relative Verschiebung zweier Objekte verhindert, die miteinander in Kontakt stehen.
Wenn der Patient auf einer Unterlage liegt, erzeugt die Schwerkraft eine Kraft, die ihn nach unten zieht. Die durch die Wechselwirkung zwischen Patient und Unterlage entstehende Kraft lässt sich in zwei Komponenten unterteilen: Druckkraft (vertikale Komponente) und Scherkraft (parallele Komponente).
Wenn der Patient durch die Schwerkraft zum anderen Ende des Bettes oder zur Kante der Sitzposition bewegt wird, hält die Reibungskraft die Haut in Kontakt mit der Unterlage. Daher spielt die Reibungskraft eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Scherkräften. Die relative Verlagerung von Haut und tieferliegendem Gewebe trägt zum Auftreten und zur Entwicklung von Scherkräften im Weichgewebe bei, insbesondere an Knochenvorsprüngen wie dem Kreuzbein.
Der Winkel von Bett, Sitz und Rollstuhllehne hat einen großen Einfluss auf die Scherkräfte, die auf das Gewebe wirken. In jedem Winkel zwischen aufrechtem Sitzen und Liegen entstehen Scherkräfte durch das Abrutschen des Körpers entlang der Neigung. Bei einer Rückenlehnenneigung von 45 Grad wirken höhere Scherkräfte und ein stärkerer Druck auf Hüfte und Steißbeinregion, da sich das Gewicht des Oberkörpers gleichmäßig auf vertikale und horizontale Kräfte verteilt.
Welche Rolle spielt die Scherkraft bei der Entstehung von Druckgeschwüren?
Die Scherkräfte verursachen zusammen mit dem Druck Haut- und Tiefengewebeschäden sowie Ischämie, was letztendlich zur Entstehung von Druckgeschwüren führt. Zu den Mechanismen gehören Gewebeverformung, Kapillarverschluss, verminderte Durchblutung und die physikalische Zerstörung von Gewebe oder Blutgefäßen.
Welche Faktoren beeinflussen die Reibung?
Die Reibung zwischen Patient und Auflagefläche wird durch die vertikale Kraft und den Reibungskoeffizienten zwischen Haut und Kontaktfläche bestimmt. Je größer die vertikale Kraft, desto größer die Reibungskraft. Ebenso gilt: Je größer der Reibungskoeffizient, desto größer die Reibungskraft und desto größer die Kraft, die zum Bewegen des Patienten erforderlich ist.
Zu den Grundsätzen zur Minimierung der Auswirkungen von Scherung und Reibung gehören:
1. Scherkräfte reduzieren: Beim Liegen die Höhe des Kopfteils des Bettes so weit wie möglich verringern; beim Sitzen ein Vorrutschen vermeiden.
2. Vermeiden Sie Handlungen, die zu Gewebeverformungen führen: Vermeiden Sie Verrutschen oder Ziehen, achten Sie darauf, dass die Körperposition und -haltung des Patienten ein leichtes Verrutschen verhindern, und achten Sie darauf, dass der Körper des Patienten nach einer Änderung der Körperposition nicht gezogen oder verformt wird;
3. Vergrößern Sie die Kontaktfläche mit der Auflagefläche: Verteilen Sie die vertikale Kraft, die Parallelkraft und die Reibungskraft über eine größere Fläche, um den lokalen Druck und die Scherkraft zu reduzieren.
Scherkräfte und Reibungskräfte sind wichtige äußere Faktoren für das Auftreten und die Entwicklung von Druckgeschwüren. Ein klares Verständnis der Mechanismen von Scherkräften und Reibungskräften kann dazu beitragen, Druckgeschwüre zu verhindern.



